Reizdarm, Ängste und Co. – das Buch für Mitglieder

Das Buch „Reizdarm, Ängste und Co“ wird demnächst kostenfrei für Mitglieder zur Verfügung stehen.

Die Geschichte meiner Heilung in Kurzform – das Vorwort

Beängstigende Magen- und Darmkrämpfe, die mich nachts nicht mehr zur Ruhe kommen ließen und die damit einhergehende Sorge, dass mit mir etwas massiv nicht stimmte – so begann vor sechs Jahren mein Martyrium. Beunruhigt suchte ich diverse Ärzte auf, bis ich endlich eine erste Diagnose erhielt: Fructoseintoleranz. Als bekennende Schokoholikerin brach für mich eine Welt zusammen, denn ich konnte mir ein Leben ohne Süßigkeiten, Obst und Kuchen nicht vorstellen. Doch meiner Gesundheit zuliebe besorgte ich mir Ratgeber und Lebensmittellisten und stellte meine Ernährung um. Wirklich besser ging es mir jedoch nicht – im Gegenteil. Nachdem die Ärzte bei mir außerdem eine Histamin- und eine Laktoseintoleranz feststellten, schränkte ich meine Ernährung noch extremer ein und Vitamine gab es nur noch in Pillenform. Doch Mangelernährung und Unterversorgung forderten ihren Tribut – ich nahm 14 Kilo ab, meine Haut sah übel aus, die Fingernägel brachen ab und ich verlor deutlich zu viele Haare. Die körperliche Misere spiegelte sich schon bald seelisch wider und ich hatte das Gefühl, aus der Abwärtsspirale nicht mehr hinauszukommen. Von der Schulmedizin enttäuscht, probierte ich verschiedene alternative Heilmethoden aus – allerdings ohne sichtlichen Erfolg. Auch ein vierwöchiger Aufenthalt in einer Spezialklinik half mir nicht weiter. Dort erhielt ich lediglich eine weitere Diagnose: Reizdarmsyndrom. Doch da es für diese Erkrankung vermeintlich kein probates Mittel gibt, war ich wieder einmal auf mich allein gestellt. Wenn Sie dieses (Hör-)Buch in den Händen halten, sind Sie vielleicht selbst entsprechend betroffen und Ihre Lebensqualität ist krankheitsbedingt stark eingeschränkt. Sie haben unter Umständen genau wie ich eine Odyssee von Arztbesuchen hinter sich oder fürchten sich vor dem Gang zum Mediziner. Oder Sie möchten einen nahestehenden Menschen unterstützen. Erfreulicherweise darf ich Ihnen verraten: Es gibt Hoffnung!

Meine Suche
Auf der Suche nach Hilfe, stieß ich im Internet auf eine spezielle Form der Gefühlstherapie. Sie heißt „NeuroBioMed“, die Abkürzung für „neurobiologische Mediation“ und bedeutet die Beilegung eines unbewussten Konfliktes zwischen Körper, Geist, Bewusstsein, Unbewusstem und Seele. 

Trotz meiner anfänglichen Skepsis besuchte ich zunächst einen Vortrag im sogenannten „trancemed-Zentrum“ und erlebte, wie der Therapeut per selbstbestimmter Kreativ- und Gefühlshypnose mit seinen Patienten arbeitete. Eine selbstbestimmte Gefühlshypnose? Das war mir völlig neu, da ich bis dato nur von der Showhypnose bzw. der „normalen“ Hypnose gehört hatte. Doch die Informationen des Therapeuten zu seiner speziellen Methode erschienen mir nicht nur schlüssig, sie entsprachen zusätzlich meinem mittlerweile recht umfangreichen, medizinischen Wissensschatz. In mir regte sich Hoffnung und rasch besorgte ich mir einen Termin. Was ich dann während meiner Therapie erlebt habe, ist enorm und ganz anders, als erwartet. Die NeuroBioMed-Methode berührt tief und initiiert eine positive Veränderung – wenn man sich darauf einlassen mag. Ursprünglich waren meine Notizen nur für mich gedacht, da ich mit ihnen meine Veränderung dokumentieren wollte. Doch ich habe mich entschieden, meine Erfahrungen zu teilen, denn die positiven Veränderungen spüre ich körperlich und seelisch. Mit fast jeder Sitzung ging es mir besser und inzwischen vertrage ich alle Lebensmittel problemlos und kann wieder mit Genuss essen. Sogar meine innere Unruhe, meine Ängste und mein Kontrollzwang haben sich in Luft aufgelöst. Klar, aus heutiger Sicht betrachtet, hätte ich mir Medikamente, Diäten und Therapiemethoden sparen können, aber ich möchte Ihnen Mut machen, sich mit Ihren unbewussten Gefühlen und somit in der Konsequenz auch mit Ihrem Körper zu befassen. Dies ist meine Geschichte – und vielleicht auch bald die Ihre.

Wichtige Informationen zum Gesamtverständnis unserer Gefühle

Der Zusammenhang zwischen den Erlebnissen in den Sitzungen und der Heilung meines Körpers war für mich anfangs ein Mysterium und wirklich schwer mit Worten zu beschreiben. Aber der Erfolg ist überwältigend und die Fähigkeit, mich selbst gesund zu machen, versetzt mich immer noch in Erstaunen und hat mich nachhaltig stark beeindruckt.

Damit der Laie die folgenden Geschichten besser verstehen kann, beschreibe ich den biologischen Hintergrund meiner ungewöhnlichen Gefühlserlebnisse. Natürlich sind meine Erlebnisse und meine Geschichten einzigartig, doch das Grundprinzip der hier beschriebenen Selbstheilung ist allgemeingültig. Jeder Mensch kann es nutzen.

Grundsätzlich betrachtet, steuern Gefühle wie zum Beispiel Angst, Einsamkeit, Ekel, Wut oder Traurigkeit unser Verhalten, unsere Vorlieben und unsere Abneigungen. So wirken sich schlechte Nachrichten sofort auf Körper, Geist und Seele aus. Der Körper reagiert beispielsweise mit Verspannungen, Herzrasen, Darmbeschwerden und Schmerzen. Mit den Symptomen zeigt er an, dass irgendetwas nicht stimmt. Grundsätzlich sind Störungen, Leiden und chronische Erkrankungen das Endresultat einer inneren Ereigniskette und nicht die Ursache. Um das Verhalten unseres Körpers besser zu verstehen, muss man sich nur die zugrunde liegenden Naturgesetze und evolutionären Entwicklungsprozesse anschauen.

Doch genau da liegt der Hase im Pfeffer:
Obwohl das Problem nicht die Ursache darstellt, versucht die Pharmaindustrie in Zusammenarbeit mit der Schulmedizin das Endresultat zu lösen, ohne die wahre Ursache zu klären oder zu verstehen.

Allein in Deutschland sind mehr als 10 Millionen Menschen vom Reizdarm-Syndrom betroffen. Es sollte uns nachdenklich machen: Ein immer größer werdendes Medikamentenangebot reduzierte bisher keineswegs die Erkrankungsrate. Bei chronischen Erkrankungen brachten Medikamente bisher keine messbaren Heilungserfolge. Auch andere Therapiemethoden, Darmsanierungen, Entgiftungen, Wundertherapien und Superfood-Diäten wirken dank Placebo-Effekte auch nur bei einzelnen Patienten.

Doch warum scheitert unser modernes medizinisches Wissen? Wahrscheinlich liegt die wahre Ursache dieser Misserfolge in der medizinischen Sichtweise und dem damit verbundenem Bausatzdenken. Die heutige Medizin teilt den Menschen, wie ein Bausatz, in Nerven, Gehirn, Knochen, Haut und Organe auf.  Bei Verletzungen möchte ich auf das schulmedizinische Wissen nicht verzichten, jedoch bei chronischen Erkrankungen ignoriert die Medizin viel zu häufig die komplexen Wechselwirkungen im Menschen.

Ein kleines Beispiel aus dem Irrgarten des Leidens:

Stellen Sie sich vor, Sie haben Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen, verbunden mit Magen- oder Darmbeschwerden und gelegentlichem Herzrasen. Die Odyssee durch den Experten- und Therapie-Irrgarten beginnt.

Zuerst eine Röntgenaufnahme der rechten Rippen, mit etwas Glück versucht der Doc etwas zu ertasten. Er findet nichts und murmelt etwas von Geschwulst oder Leberentzündung. Nun werden weitere Bausatz-Spezialisten hinzugezogen: Gastroenterologen, Orthopäden, Kardiologen, Neurologen und so weiter. Jeder kümmert sich perfekt, routinemäßig oder lustlos um seinen Bausatzbereich. Niemand dieser Spezialisten kommt auf die Idee, dass der Gesamtbausatz ein Mensch ist und mehr als 750.000 Kilometer Nervenfasern diese menschlichen Bauteile miteinander verbinden.

Das ist schon traurig genug, doch viel gravierender ist, dass die meisten Bausatz-Mediziner das Gehirn, also die Steuerzentrale mit seinen rund 85 Milliarden Gehirnzellen ignorieren.

Wieso wird alles getrennt voneinander betrachtet und behandelt, obwohl alles miteinander ganz eng verbunden ist und sich permanent gegenseitig beeinflusst?

Vielleicht, weil eine reduktionistische Betrachtung von Magen oder Darm einfacher erscheint und die Pharmaindustrie diese Betrachtungsweise mit Medikamenten bedienen kann. Hinzu kommt, dass bisher niemand diese unglaublich komplexen Verflechtungen zwischen Körper, Geist, Bewusstsein und Unbewusstem wirklich genau verstanden hat.

Auch gibt es in der Medizin viele Richtungs-, Finanzierungs- und Glaubensstreitigkeiten. Die Patienten fühlen sich alleingelassen und versuchen in der Not ihr Leid mit Wundertherapien, Super-Food oder Quantenheilung zu lösen. Mein Fazit: Kostet viel und bringt nicht viel….

Vorbild Naturgesetze und Evolution
Schauen wir uns lieber die Naturgesetze und das moderne Wissen der Neuropsychologie an, denn nur dort lässt sich der effizienteste Generalschlüssel zur Zufriedenheit und somit auch zur Heilung finden. Dieser Schlüssel basiert wahrscheinlich ausschließlich auf den Grundlagen hochkomplexer natürlicher Zusammenhänge, der Evolution und den damit verbundenen Naturgesetzen. Ganz einfach ausgedrückt: Ohne Steuerungsprogramme funktionieren weder Autos, Computer, Fabriken noch weltweite Finanzsysteme. Das Steuerungssystem im Menschen nennen wir Gehirn. Doch was wissen wir über das Gehirn wirklich? Ich behaupte einmal, dass die meisten Menschen sich mit ihren Staubsauger oder Smartphone besser auskennen als mit ihrem Gehirn. Dabei meine ich nicht die medizinische Betrachtungsweise, es geht hier lediglich um die pragmatische Sichtweise. Natürlich hat fast jeder schon einmal gehört, dass es ein Bewusstsein und ein Unbewusstes gibt. Doch können sich viele Menschen nicht vorstellen, dass das Unbewusste ca. 90% aller Lebensaufgaben übernimmt und mehr als 99,9% der Körperfunktionen organisiert. Deshalb liegt der Selbstheilungsschlüssel in der unbewussten Ebene und nicht im logisch denkenden Bewusstsein.

Das Unbewusste gibt es evolutionär betrachtet mehr als 500 Mio. Jahre. Es steuert Flucht, Angriff, Ruhe, Stress, Anspannung und die Erinnerungen. Damit ist es auch der Sitz unserer einzigartigen Lebensgeschichten, den Erinnerungen. Sie enthalten Gefühle, Wünsche, Träume, Erfahrungen, Überlastungen, Konflikte und manchmal auch traumatische Erlebnisse.

Das Bewusstsein mit der modernen Sprache existiert weniger als 50.000 Jahre.  Es ist für die Gegenwart zuständig und gleicht diese mit den unbewussten Erfahrungen der Vergangenheit ab. Es benutzt hauptsächlich Zahlen, Daten, Fakten und findet logisch klingende Erklärungen.

Der Körper und das Unbewusste, also die unbewussten Gefühlsprozesse, konnten sich im Laufe von 500 Millionen Jahre wesentlich besser mit dem Körper vernetzen, als das relativ junge Bewusstsein mit seiner modernen Sprachfähigkeit. So besitzt jeder Mensch im Magen-Darmtrakt mehr als 200 Millionen Nervenzellen, die sich permanent mit den Nervenzellen im Kopf austauschen. Wir nennen es Bauchgefühl oder manchmal auch Bauchgehirn. Wenn nun dieses unglaublich komplexe Verbindungssystem Programmfehler entwickelt, dann ist das innere Gleichgewicht gestört und es entstehen Betriebsstörungen. Wir nennen sie Probleme, Blockaden, Schmerzen, Leiden, psychosomatische und psychische Störungen.

Wie können unbewusste Betriebsstörungen entstehen?

Der Mensch hat das flexibelste neuronale System und zugleich auch das kreativste Gehirn. Damit dieses Gehirn weiß, wann es mit Anspannung, Unruhe, Angst, Ekel oder beispielsweise Wut reagieren soll, erhält es bis zum ca. 6. Lebensjahr eine Art Grundprogrammierung. Dieser Zeitraum nennt sich Prägungszeit.

Das junge Gehirn nutzt diese Grundprogrammierungen zur Verarbeitung von Erlebnissen und Erfahrungen. Im Laufe der Jahre vernetzen sich so die unterschiedlichsten Bewertungsregeln und Verhaltensmuster zu einer einzigartigen Persönlichkeit. Wenn die Prägungszeit jedoch fehlerhafte Programme enthält, so kann sich die natürliche Anpassungsfähigkeit nicht entfalten und es entwickeln sich Symptome, chronische Erkrankungen und Leiden.

Von nichts kommt nichts
Mit Hilfe der neurobiologischen Gefühlstherapie lassen sich diese fehlerhaften Belastungen finden und im Rahmen der inneren Kreativität ursächlich verändern. Da wir Gefühle nicht sehen oder anfassen können, wird dazu eine Art innerer Bühne aufgebaut, diese nennt der Therapeut Gefühlswiese. Auf dieser inneren Bühne entwickeln sich selbstorganisatorisch Bilder, Symbole und Körpergefühle stellvertretend für kindliche Einsamkeit, traumatische Erlebnisse, Hilflosigkeit, Trauer, Scham- oder Schuldgefühle.  Dabei arbeitet das Gehirn so ähnlich wie im Traum, jedoch ohne Schlafzustand.

Schauen Sie sich einmal Ihre eigenen Träume an. Sie sind anscheinend unlogisch, oft bildgewaltig und fast immer gefühlsorientiert. Im Traum werden Ereignisse und Erlebnisse symbolisch verarbeitet. Grundsätzlich nutzt die Gefühlstherapie diese gehirnspezifischen Verarbeitungsstrategien, damit Körper, Geist, Bewusstsein, Unbewusstes und das Ich wieder als Team zusammenarbeiten können.

Nobelpreisträger erklären – die Gefühlstherapie setzt um
Genau beschrieben hat diese spannende Art der Selbstheilung mein Therapeut Herbert Schraps in seinem Aufklärungsbuch Hypnosewahrheit 3.0. Übrigens beschreiben die Nobelpreisträger  Daniel Kahnemann  (Psychologie-Professor und Autor) und Roger Sperry (Neurochirurg und Autor ) die gleichen Grundannahmen zum Bewusstsein und Unbewussten wie sie die NeuroBioMed- Gefühlstherapie pragmatisch umsetzt. Auch Prof. Dr. John Bargh (international anerkannt, preisgekrönter Professor für Psychologie, mehrfach ausgezeichnet – u.a. Max-Planck-Forschungspreis) beschreibt die gleichen Grundannahmen in seinem Buch „vor dem Denken“.

Neurobiologisch gesehen macht es keinen großen Unterschied, ob sich Erlebnisse real abspielen, oder ob sie sich nur in unserer emotionalen Vorstellungswelt entwickeln. Moderne wissenschaftliche Untersuchungen konnten beweisen, dass bei einer inneren Vorstellung im Gehirn die gleichen Nervenzellen aktiviert werden, wie bei einer echten Handlung. Somit können symbolhafte innere Vorstellungen vernetzte Nervenzellen umprogrammieren und Veränderungen im Körper und Gefühlsleben ermöglichen.

Deshalb ist aus meiner Sicht die Gefühlstherapie nicht nur für Reizdarm-Betroffene, sondern auch für alle psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, Störungen und Schmerzwahrnehmungen geeignet.

Wer jetzt neugierig geworden ist und es genauer wissen will, findet im Internet eine ausführlichere Beschreibung unter dem Suchwort NeuroBioMed–Therapiekonzept. Der Therapeut Herbert Schraps stellt sein Therapiekonzept mittlerweile Selbsthilfegruppen und ehrenamtlichen Helfern kostenfrei zur Verfügung.

Reizdarm, Ängste und Co. – die Vorgeschichte

Meine Lieblings-Oma ist mit 56 Jahren an Magen-Darm-Krebs erkrankt und jämmerlich verhungert. Mein Opa mütterlicherseits ist schon lange vor meiner Geburt ebenfalls an Darmkrebs gestorben, er war gerade einmal 54 Jahre alt. Also nicht die wirklich besten Gene, dachte ich mir, als mich häufig diffuse Magen-Darm-Beschwerden plagten. Meine erste Magenspiegelung hatte ich 1991 im Alter von 22 Jahren. Das Ergebnis war völlig unauffällig und ich war erst mal beruhigt. Ich schob die Bauchschmerzen dann auf den Stress bei der Arbeit und den cholerischen Chef, der nach dem Motto: „Wer am lautesten schreit, hat Recht“ handelte. Wenn jemand in sein Büro zitiert wurde, blieb die Bürotür immer weit offen, damit auch die ganze Firma mitbekam, was los war. Die arme verheulte Person, die dann immer nach kurzer Dauerbeschallung aus dem Chefzimmer kam, sollte wahrscheinlich als Mahnung für alle Mitarbeiterinnen stehen. Mir blieb dieser Gang in meiner Beschäftigungszeit glücklicherweise erspart, dennoch spürte man jederzeit diesen Druck.

Kinder, Cortison und ADS
Ich heiratete ein Jahr später und traf insgeheim die Entscheidung: Entweder du wirst schwanger oder du suchst dir einen anderen Job. 11 Monate später machte die Geburt meiner Tochter mein Glück perfekt. zweieinhalb Jahre später folgte der kleine Bruder, der sich nicht ganz so pflegeleicht entwickelte. Seine Neurodermitis im Säuglingsalter war eine endlose Reise durch alle mir bekannten Hautärzte und Hautkliniken in der Umgebung. Zu den jeweiligen Erstterminen bei den Fachärzten nahm ich dann schon mein Sammelsurium von Hautsalben mit, damit mir der gleiche Kram nicht wieder verordnet wurde. Meiner Erfahrung nach werden einem Patienten beim Erstbesuch gern erst mal die gängigen Medikamente verschrieben. Wenn man dann vorweisen kann, was alles bisher nicht funktioniert hat, müssen die Ärzte ein bisschen tiefer in die „Trickkiste“ greifen.

Aber jeder Weißkittel kam mit seinem blöden Cortison daher. Ich konnte reden was das Zeug hielt. Die Haut sah nach spätestens
2 Wochen aus wie geleckt, wenn ich das Cortison dann stufenweise absetzte, war es jedoch schlimmer als zuvor.

Mein armes Kind schrie Tag und Nacht und in unserer Familie lagen die Nerven blank. Glücklicherweise konsultierte ich auf Anraten einer Öko-Nachbarin einen Allgemeinmediziner, der sich auch mit Naturheilverfahren auskannte. Er versprach mir auf gar keinen Fall Cortison zu verwenden und eine Heilung meines Sohnes bis zu seinem ersten Lebensjahr. Er versprach nicht zu viel: Drei Mal am Tag zog ich das kleine Würmchen aus und cremte ihn mit nach Fisch riechender Salbe ein. Dazu bekam er wahnsinnig teure Kapseln mit Nachtkerzensamenöl – und seine Haut gesundete.

Matheschwäche (Dyskalkulie) – Medikamente mit falscher Wirkung
Als unsere Tochter dann in die Schule kam, entdeckten wir Auffälligkeiten in ihrem Verhalten. Auch da folgte eine Reise angefangen von den Kinderärzten bis zu Untersuchungen im Krankenhaus. Endlose Tests waren die Folge. Die Diagnosen lauteten: Auditive Wahrnehmungsstörung und ADS ohne Hyperaktivität. Sie war also keiner dieser Zappelphilippe, sondern das Träumerchen. Ihre Aufmerksamkeit galt den Mitschülern oder dem Vögelchen draußen vor dem Fenster. Vom Unterricht in einer Grundschulklasse mit 29 Kindern bekam sie nicht viel mit. Im Laufe des Schulalltages stellte sich auch noch eine ausgeprägte Dyskalkulie, also Matheschwäche heraus. Mit Ergotherapie und Medikamenten sollte unsere Tochter behandelt werden. Die Ergotherapie haben wir dann auch eineinhalb Jahre durchgezogen. Mit den Medikamenten war uns nicht ganz wohl bei der Sache. Der Kinderpsychologe meinte nur zu unserer Zurückhaltung: „Einem Kind, das Diabetes hat, würden Sie doch auch Insulin geben oder nicht?“ Dann drängte auch noch die frisch gebackene Grundschullehrerin, so könne es nicht weitergehen. Unsere Tochter würde im Unterricht einer Mitschülerin die Haare flechten und hätte in der Klasse ein Rad geschlagen. Wir wollten natürlich, dass unsere Tochter den Unterricht verfolgte und probierten es mit dem vorgeschlagenen Medikament.

Am Anfang waren wir wirklich sehr erstaunt. Wir nannten die Tabletten schon Sprechperlen. Unsere Tochter erzählte viel mehr und beteiligte sich an Gesprächen. Die Wirkung ließ aber im Laufe der nächsten Wochen erheblich nach und es zeigten sich die ersten negativen Folgen. Unsere Tochter konnte nicht mehr so gut schlafen und hatte keinen Appetit mehr. Wir hatten den Eindruck als würde sich auch die Persönlichkeit unserer Tochter verändern. Sie fand in der Vergangenheit immer schnell Kontakt zu anderen Kindern, war jeden Tag verabredet und lachte viel. Auf einmal zog sie sich zurück und machte einen traurigen Eindruck. Zudem litt sie unter Schlafstörungen und nahm stark ab. Der Arzt begründete dieses mit der Bemerkung: Sie würde eben unter der Einnahme des Medikamentes merken, dass sie „anders“ ist. Zu allem Übel hörten wir noch, dass das Medikament im Alter Parkinson begünstige. Daraufhin setzten wir die Tabletten ab und konsultierten erst mal keine Schulmediziner mehr.

Lungenkrebs, Magenbeschwerden und Darmstörungen
2005 erkrankte mein Vater dann schwer an Lungenkrebs. Die Fünfjahresüberlebensrate liegt dabei unter zehn Prozent. Meine Eltern wollten davon aber nichts hören, deshalb stand ich mit meiner Angst und meinen Sorgen ganz allein da. Das kleinzellige Bronchialkarzinom im fortgeschrittenen Stadium sorgte dafür, dass mein Vater erst arbeitslos und dann auch noch depressiv wurde. Da mein Vater Privatpatient war, bekam er leider die beste und teuerste Behandlung. Die Ärzte und das Krankenhaus freuten sich sicherlich und überwiesen ihn für die Operation, bei der ein Lungenflügel entfernt wurde, nur ungern in eine Lungenfachklinik. Durch die Bestrahlung, die OP und die abschließende Chemotherapie verlängerte sich sein Leiden um ein ganzes Jahr.

Bis 2006 verstärkten sich meine Magenbeschwerden soweit, dass ich mit meiner Hausapotheke nicht mehr weiterwusste und eine Nacht in der Notaufnahme im Krankenhaus verbrachte. Eine Magenspiegelung im August 2006 ergab „lediglich“ eine chronische Magenschleimhautentzündung des Magenausgangs, chronische Oberflächengastritis des Corpus und eine chronische Ösophagitis.

Helicobacter-Bakterien, die ursächlich für die Beschwerden verantwortlich wären, wurden nicht nachgewiesen, deshalb hielten die Ärzte wohl auch keine weiteren Maßnahmen oder Behandlungen für nötig. Auf eigene Faust leierte ich dann das Procedere für eine Mutter-Kind-Kur an. Unterstützung bekam ich von dem Allgemein-Mediziner, der schon meinen Sohn als Säugling behandelte und seine Neurodermitis ohne Cortison in den Griff bekam. Die Kur wurde dann auch prompt bewilligt, leider verstärkten sich dort sogar noch die Symptome. Ich bekam MCP Tropfen gegen die Magen-Darm-Beschwerden, jedoch ohne den erwünschten Erfolg. Weitere Maßnahmen waren dort nicht möglich und die Ärzte rieten bei meiner Rückkehr wieder die behandelnden Ärzte zu Hause aufzusuchen.

2007 kam dann endlich jemand darauf mich zum Gastroenterologen, einem Facharzt für Magen-Darm-Geschichten, zu überweisen. Mittels Ultraschall wurden ein paar kleine Gallensteine sichtbar. Nicht besonders gut, aber nicht ausschlaggebend für meine Beschwerden. Na super, dachte ich mir, genau das was ich hören wollte.

Die erste Diagnose

Daraufhin wurde ich auf Fructose-Intoleranz getestet – mit überwältigendem „Erfolg“. Zehn Leidgenossen durften mit mir gemeinsam in einem Zimmer eine hoch konzentrierte Fructoselösung trinken. Nach jeweils 15 Minuten wurde in ein kleines handliches Messgerät gepustet. Dort wurde die Wasserstoffkonzentration in der Aus-Atemluft gemessen. Bis zu 2 Stunden danach kann sich der Ausgangswert von 0-1 auf über 20 erhöhen. Ich durfte nach 60 Minuten nach Hause gehen, weil mein Wert schon auf 85 angestiegen war. Ich bekam eine Info-Mappe mit den Fructosewerten der gängigsten Lebensmittel mit und sollte mich drei Monate von Dinkelbrot, Reis, Nudeln, Milch, Joghurt, Fisch und Fleisch ernähren und danach wieder stufenweise einzelne Lebensmittel austesten. Als Leckerchen zwischendurch waren noch Reiswaffeln erlaubt und zu trinken gab es ausschließlich stilles Wasser und Kräutertee.

RDS – Reizdarm-Syndrom?
Hätte ich das schon 20 Jahre eher gewusst wäre es vielleicht gar nicht so weit gekommen. Dennoch ließ mich die Diagnose ziemlich deprimiert zurück. Kein Zucker, kein Obst, keine Süßigkeiten, kein Kuchen nur noch einige wenige Gemüsesorten. Das sollte mein Leben sein? Ich hielt jedoch eisern durch und stellte meine komplette Ernährung um. Leider besserte sich mein Beschwerdebild nur geringfügig. Ich achtete auf die Inhaltsstoffe jeglicher Produkte: Es kam nichts mehr in den Einkaufswagen, was nicht 100% reines Lebensmittel enthielt. Fertigprodukte, Dosen, Päckchensoßen und auswärts essen wurden gemieden.

Nach 2 Jahren trieben mich die ständigen Bauchschmerzen wieder zum Gastroenterologen. Der angeordnete Lactosetest war von den Werten her unauffällig, die Beschwerden beim Verzehr gewisser Milchprodukte blieben unverändert. Frischmilch, Butter und Käse vertrug ich ganz gut, aber Joghurt und Quark verursachten bei mir Magenkrämpfe – also ließ ich auch diese Lebensmittel weg…..

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